In unserem Verein werden verschiedene Bootsklassen gesegelt. Auf dieser Seite stellen wir die wichtigsten Klassen kurz vor. So können Interessierte schnell erkennen, welche Klasse zu ihnen passt.
Marblehead (M)
- Länge: ca. 1290 mm
- Typ: leistungsstarke Regattaklasse
- Geeignet für: erfahrene Skipper, Regattaorientierte
Die Marblehead ist eine der klassischen RC‑Regattaklassen mit hoher Segelperformance und vielfältigen Trimmmöglichkeiten. Bei den RC‑Segelfreunden wird sie regelmäßig bei Vereinsregatten und Trainingsläufen eingesetzt.
Die M‑Klasse ist immer noch die Formel 1 der RC‑Segelklassen. Vor einiger Zeit war man der Meinung, die Klasse wäre ausgereizt und die aktuellen professionellen Entwicklungen wären nicht mehr zu toppen. Aber die letzte WM und diverse internationale Regatten haben der Klasse wieder neues Leben eingehaucht. Brad Gibson, der amtierende Weltmeister, hat gezeigt, dass es nach wie vor Potenzial zur Verbesserung gibt, und so sind alle gespannt auf die diesjährige WM in Holland. Zumal auch die früheren Weltmeister Martin Roberts und Graham Bantock wieder angreifen werden, um den Titel zurückzuerobern. Es wird eine spannende WM werden.
In Deutschland war die M‑Klasse immer eine der starken Klassen. Auch als die IOM‑Szene mehr und mehr Zulauf bekam, gab es viele Segler, die weiterhin ausschließlich M‑Boote fuhren. Aktuell sind in Deutschland 213 M‑Boote registriert. Davon haben an der letztjährigen Rangliste 76 Segler teilgenommen. Das ist zwar gut, aber nicht optimal, vermutlich aber auch der Streichung einiger Regatten geschuldet.
Diese Boote sind ebenfalls leicht, reagieren gut und sind sehr schnell. Die Regeln sind relativ offen und erlauben ein weites Spektrum an Designs innerhalb der Parameter Rumpflänge, Tiefgang und Segelfläche. Professionelle Designs haben in dieser Klasse bereits Erstaunliches geleistet.
Rumpflänge: 1290 mm
Tiefgang: 700 mm
Segelfläche: 0,5161 m²
International One Meter (IOM)
- Länge: 1000 mm
- Segelfläche: 0,6 m²
- Geeignet für: ambitionierte Einsteiger und Fortgeschrittene
Die IOM ist weltweit stark verbreitet und eignet sich durch klare Klassenregeln und robuste Boote gut für intensiven Regattaeinsatz. Auch bei uns im Verein ist die Klasse regelmäßig auf dem Wasser.
Die IOM‑Klasse ist eine der in der Deutschen Klassenvereinigung RC‑Segeln organisierten Klassen. Die Klasse ist international von der IRSA anerkannt und wird international durch die IOMICA vertreten. In Deutschland wird die Klasse seit etwa 1993 gesegelt, die Rangliste wird seit 1998 geführt.
Die IOM‑Klasse ist weiterhin der Magnet unter den RC‑Segelklassen. Nirgends gibt es so hohe Beteiligungen an Ranglisten, Schwerpunktranglisten oder Deutschen Meisterschaften. Es kommen in dieser Klasse auch immer wieder neue Segler hinzu. Das Bauen von IOM‑Yachten scheint auch immer noch attraktiv, sodass hier nicht nur viele Wettfahrten stattfinden, sondern auch immer wieder faszinierende Bauberichte in diversen Foren veröffentlicht werden. In Deutschland gibt es mittlerweile 532 zertifizierte Boote dieser Klasse und an der Rangliste 2025 haben davon 62 Segler teilgenommen. Neben der deutschen Szene ist die IOM‑Klasse vor allem auch international am stärksten vertreten – in vielen Ländern wird nahezu ausschließlich IOM gesegelt. Nicht zuletzt die Existenz einer internationalen Klassenvereinigung hat die Förderung der IOM‑Klasse eben auch international permanent vorangetrieben.
Diese Boote sind leicht und reagieren sehr schnell. Es ist im Moment die populärste Klasse mit dem größten Zuwachs an Seglern in Deutschland. Die Klassenregeln sind sehr restriktiv bezüglich Material und Konstruktion, um die Konkurrenz möglichst spannend zu halten und die Kosten zu reduzieren.
Rumpflänge: 1000 mm
Tiefgang: 420 mm
Gewicht: 4 kg
Segel: Es sind drei fest definierte Riggs vorgegeben.
Masthöhe: ca. 1850 mm
RG65
- Länge: ca. 650 mm
- Typ: kompakte, transportfreundliche Regattaklasse
- Geeignet für: Einsteiger, Jugendliche, „kleines Gepäck“
Die Klasse spricht Selbstbauer an und die Boote sind sehr leicht zu transportieren. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Box‑Regel mit minimalen Einschränkungen. Eine RG65 besteht in der Regel komplett aus Kohlefaser – Rumpf, Anhänge, Masten und Beschläge.
Mit der Jahreshauptversammlung der Deutschen Klassenvereinigung RC‑Segeln (DKVRCS) am 03. Februar 2018 in Göttingen ist die 65‑Klasse neu aufgenommen worden. Mit Aufnahme der 65‑Klasse können ab sofort Regatten ausgeschrieben und eine Rangliste geführt werden. Das Verfahren zur Aufnahme als DSV‑anerkannte Klasse ist in Bearbeitung. Eine Deutsche Meisterschaft nach den Statuten des DSV wird erstmalig in der Saison 2019 ausgeschrieben.
In 2021 hat die DKVRCS in Zusammenarbeit mit dem DSV beschlossen, die IRSA 65 Class ruhen zu lassen und nach den international deutlich verbreiteteren Regeln der RG65‑Klasse zu segeln.
Rumpflänge: 650 mm
Tiefgang: 380 mm
Segelfläche: 0,225 m²
Gewicht: 0,8 – 1,2 kg
International Ten Rater (10R)
Keine Frage, die 10R‑Klasse ist nach wie vor die Königsklasse bei den ferngesteuerten Yachten. Keine der anderen Monorumpf‑Klassen erreicht diese Geschwindigkeit und Eleganz, wie es ein 10R bei entsprechendem Wind zeigt. Die Länge der Yachten bedingt gegenüber den anderen Klassen ein deutlich spürbar ruhigeres Verhalten der Yachten im Seegang. Der Einfluss durch Wellen ist bei 10ern am geringsten. Dieses Verhalten bewirkt ganz wesentlich den erwähnten sehr eleganten Auftritt dieser Yachten.
2018 hat für diese Klasse eine Weltmeisterschaft mit 60 Yachten in Deutschland (Biblis) stattgefunden. Es gibt des Weiteren eine Reihe sehr interessanter internationaler Events, die immer gut besucht sind. In Deutschland finden jedes Jahr ca. 6 Regatten statt. Teilnehmerfelder sind je nach Region zwischen 10 und 20 Yachten, allerdings durchweg auf sehr hohem Niveau. An der letzten DM 2024 haben 18 Yachten mit 7 ehemaligen Deutschen Meistern teilgenommen.
Eine Reihe an Neuentwicklungen von Yachten für diese Klasse zeigen, dass in dieser Rennwertklasse immer noch großes Potenzial zur Weiterentwicklung steckt. Der allgemeine Trend zu schmaleren Yachten und die Übernahme von Konstruktionsdetails aus anderen Klassen ist auch bei den 10ern zu sehen.
Die Kosten für einen 10 Rater sind je nach Ausstattung durchaus vergleichbar mit einer IOM oder einem M‑Boot. Wer etwas bauen kann, erstellt einen 10 Rater auf jeden Fall günstiger als eine aktuell zu kaufende IOM‑Yacht.
Die Yachten sind in der Länge nicht begrenzt. Die Klassenregeln, basierend auf Regeln von 1887, definieren die maximale Segelfläche in Abhängigkeit von der Wasserlinie. Dadurch haben Boote mit großer Wasserlinienlänge kleinere Segel als kurze Boote. Des Weiteren sind die Regeln sehr offen gehalten und erlauben somit die wohl schnellsten Boote im Bereich des RC‑Segelns – abgesehen von Tris und Katamaranen – zu entwickeln.
Rumpflänge: i. A. 1600 mm
Gewicht: i. A. 5,5 kg
Segelfläche: i. A. 1 m²
Eigenbau‑Boote
- Länge: unterschiedlich
- Typ: Eigenkonstruktionen, Scale‑Modelle
- Geeignet für: Freizeitsegler, Bastler
Neben den reglementierten Klassen sind bei uns auch viele Eigenbauten und Scale‑Modelle unterwegs. Hier steht der Spaß am Basteln und gemeinsamen Segeln im Vordergrund, nicht der strenge Regattabetrieb.



